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Montag, 13. August 2007

90 Tage Kalifornien

Englisch in Amerika lernen, drei Monate in einer internationalen Sprachschule in Santa Barbara, der Hauptstadt der „Amerikanischen Riviera“ zwischen San Francisco und Los Angeles, ein Stück vom „American Dream“ erleben, Ausflüge nach Las Vegas, San Diego, in die atemberaubenden Nationalparks Grand Canyon und Yosemite - für den jungen Studenten Roman war nach 90 Tagen klar: I’ll be back!


Am Samstag, den 7. April um 7.00 Uhr Ortszeit ist es soweit. Vom Flughafen Frankfurt aus beginnt meine 90-tägige Reise in die USA.

Das Ziel: Santa Barbara in Kalifornien. Schnell eingecheckt und ohne lange Verzögerung geht es mit dem British Airways Flug 279 nach London Heathrow. Nach knapp anderthalb Stunden Flug und einer gewonnenen Stunde, gibt es eine lange Wartezeit in Heathrow, weil der L.A. Flug Verspätung hat. Endlich nach einer Stunde Aufenthalt und zahlreichen Golfhandy Games geht es endlich los. Vorbei an allen möglichen Sicherheitskontrollen, bei denen man sogar aufgefordert wird die Schuhe auszuziehen, weiter durch den langen Terminal B zu meinem Flug nach L.A. Im Flugzeug macht sich allmählich ein breit sprechendes spanisches Publikum miteinander bekannt. Und man weiß nicht genau, ob der Flug nun in die Staaten oder nach Mexiko City geht. Gequält von kleinen Sitzen und schlechtem Essen an Bord, vergehen die 16 Stunden Flug nur mühsam.

California, I`m here...

Endlich gelandet. Nach langen 30 Minuten, die wir noch im Flieger ausharren müssen – der Pilot sucht einen Parkplatz – können wir schließlich aussteigen - und die Beine ausstrecken! Im Flieger habe ich sorgfältig den Antrag auf das Waiver Visum ausgefüllt. Jetzt bin ich gespannt ob alles klappt. Relativ schnell kommt das Gepäck, und ich stehe vor dem kolumbianisch aussehenden Zollbeamten, der sehr nett ist und mir sofort mein Visum ausstellt. Danach geht es weiter durch den nächsten Sicherheitsabschnitt. Man möchte wissen, was ich denn in den Staaten will und wo ich wohne. Diese Prozedur dauert nicht lange, umso länger aber das Warten auf den Bus, der mich nach Santa Barbara bringen muss. Da der Flieger Verspätung hatte, ist der erste Bus bereits weg und ich muss bis 6 p.m. Ortszeit auf den nächsten warten.

Die Busfahrt nach Santa Barbara ist wie ein Kampf: völlig erschöpft vom langen Flug, hält nur meine Begeisterung für den Ausblick auf die Küste meine Augen offen. Mit aller Kraft kämpfe ich gegen die Müdigkeit an. Die einmaligen Bilder von der Pazifikküste werden immer in meiner Erinnerung bleiben. Es dämmert langsam und ich nicke immer wieder kurz ein.

Bei der Ankunft in Santa Barbara ist es schon dunkel und so kann ich mir noch kein Bild von der Stadt machen. Ich nehme mir mit zwei anderen Studenten, die aus der Schweiz kommen, ein Taxi, das uns in die Studentenresidenz 320 Valerio Street fährt. - Und dann gute Nacht.

Mit rund 100.000 Einwohnern ist Santa Barbara ein beliebter Badeort und – knapp zwei Autostunden von Los Angeles entfernt - das Feriendomizil vieler Hollywood-Stars. Na, vielleicht begegnen mir ja welche…
Am 4. Dezember 1786 wurde Santa Barbara als „zehnte Perle" einer langen Kette von Los Angeles bis Sonoma, nördlich von San Francisco, als Mission Santa Barbara, die "Königin der Missionen", von Padre Fermin Lasuen gegründet. Heute ist Santa Barbara eine große Stadt, ein Anziehungspunkt für Touristen und ein Prominentenwohnort. Verglichen mit anderen kalifornischen Städten ist hier der spanisch-mexikanische Einfluss im Stadtbild erhalten geblieben. Was nicht zuletzt den Stadtplanern zu verdanken ist, die sich nach dem schweren Erdbeben von 1925 entschieden, die zerstörten Gebäude im Originalstil wieder aufzubauen. Die Stadt ist Sitz der University of California, Santa Barbara.
(www.santabarbaraca.gov/home.htm)

Erste Schulwoche in Santa Barbara

Unruhig vor Neugierde, aber auch weil mir die Zeitverschiebung zu schaffen macht, bin ich bereits um 6 a.m. Ortszeit schon wieder auf den Beinen und genieße die ersten kalifornischen Sonnenstunden.
Am Montag ist mein erster offizieller Schultag und alle empfangen einen sehr freundlich und offen. Nach den Formalitäten geht es erst zum Einstufungstest und dann mit den Kommilitonen durch Santa Barbara. Nach einer ersten kalifornischen Pizza wieder zurück zur Schule meinen Stundenplan abholen. Abends dann gemeinsames Feiern und Begrüßen der neuen Studenten im "Sharkeez" einer urigen, landestypischen Bar (http://www.sharkeez.net/sb).

Am kommenden Morgen um 8.40 a.m. beginnt mein erster Kurs im ILab, dem Computer Labor. Anschließend Vokabeltraining und dann weiter zum Academic Writing Course. Der Lehrer ist super, und manche Lehrer in der Heimat könnten sich eine große Scheibe von den Lehrmethoden hier abschneiden. Die folgenden Tage vergehen ziemlich schnell und sind zugleich anstrengend, weil wir eine Menge Hausaufgaben aufbekommen. Gleichzeitig lerne ich viele Leute aus allen möglichen Teilen der Welt kennen. Ob Schweizer, Koreaner, Japaner, Franzosen, Italiener, Deutsche, Tschechen oder Südamerikaner...hier sind fast alle Nationen zusammen und bilden einen echten "melting pot"! Am Nachmittag gehe ich durch die Stadt und es ist ein bisschen neblig, die Wolken bedecken schon den Santa Ynez Mountain. Ich betrachte ihn vom Santa Barbara Pier aus und rieche das erste Mal den Pazifik.

Heute, Freitag der 13. April, ist der letzte Schultag der Woche und alle freuen sich schon aufs Wochenende: die Zeit für Ausflüge und Freizeitaktivitäten. Viele fahren nach Los Angeles, Las Vegas oder San Fransisco.

Los Angeles – Santa Monica – Hollywood – Venice Beach

Ich starte am Samstagmorgen meine Tour nach Los Angeles. Gemeinsam mit mehreren Freunden geht es auf der berühmten Route 101 Richtung Süden. Die erste Station ist Santa Monica. Die Stadt ist voll mit Geschäften und Informationsständen zu Politik und Umwelt. Man merkt schnell, dass dieser Stadtteil von Los Angeles politisch interessiert und orientiert ist. Live-Musik dröhnt über die Einkaufstraße und es wird gesungen "don't destroy the nature". Infostände überfluten einen mit Verschwörungstheorien über 9/11 und den aktuellen Klimawandel. George Bush wird imitiert und mit einer Axt dargestellt, mit der er die civil rights, die amerikanischen Bürgerrechte zertrümmert. Nach vielen durchgelesenen Broschüren und freundlichen, politisch engagierten "volunteers", die einen dazu auffordern etwas zu ändern, geht es weiter an den Pier von Santa Monica. Hier reihen sich Kirmesbuden und Souvenirshops aneinander. Allerlei Krimskrams lässt sich hier am St. Monica Pier verkaufen. Am Ende des Piers angekommen, kann man rechts und links den Pazifik beobachten, der heute sehr still und ruhig ist. Einige Leute schwimmen, andere liegen entspannt am Strand. Sie verstehen zu leben…

Weiter geht’s nach Hollywood. An Hollywood kommt schließlich wohl kein Kalifornienbesucher vorbei. Obwohl nur ein Stadtteil von L.A., erscheint Hollywood selber wie eine einzige große Stadt. Es kommt mir vor, als sei ich am Piccadilly Circus in London und gleich um die nächste Ecke wieder ist es wie auf einer Nebenstrasse von New York City. Am Walk of fame angekommen, machen wir die obligatorischen Fotos von den Hand- und Fußabdrücken der großen Stars wie Harrison Ford, Halley Barry und Eddie Murphy. Die Sterne vor dem Chinese Theatre blinken mit den Namen von Michael Jackson und John Travolta.

Die Universal-Studios allerdings erinnern mich mehr an einen großen Freizeitpark, als an die Produktionsstätte großer Kinolegenden. Bis auf die Studio 30-Tour, auf der man etwas über Visual Effects und Sounddesign der großen Hollywood Produktionen erfährt, ist der Rest der Veranstaltung wohl mehr ein Vergnügen für Kirmes-Liebhaber. Alles in Allem also ein eher enttäuschender und verzichtbarer Besuch, aber doch die Erfahrung wert.

Nach einem Spaziergang entlang des Hollywood Boulevard zum Abschluss des Tages noch Fastfood - und dann müde ins Bett.
Beverly Hills statten wir am kommenden Tag nur einen kurzen Besuch ab. Nach gut fünf Minuten haben wir den Stadtteil durchquert und es ist nicht zu übersehen: hier wohnen die Schönen und Reichen.

Durchgedreht, crazy, flippig, hippy, idyllisch, modern und absolut kontrastreich: das ist Venice Beach. Vorbei an Muscle Centern, wo die Bodybuilder aus L.A. beheimatet sind, an Billigläden und Souvenirshops, vorbei an Bars, Restaurants, an Palmen und Sand und dabei immer den Blick auf den Pazifik.

Venice Beach ist der über vier Kilometer lange Sandstrand der 1925 von Los Angeles eingemeindeten Kleinstadt Venice. Der Pazifikstrand ist aufgrund des hier sehr milden Südkalifornischen Klimas während des ganzen Jahres gut besucht. Anziehungspunkt nicht nur für Touristen, sondern auch für die Bewohner von Los Angeles, ist vor allem der von Souvenir- und Verkaufsständen gesäumte Ocean Front Walk kurz Boardwalk genannt. Dort sorgen Straßenkünstler, Musiker, Maler, Artisten und Wahrsager für schrille Unterhaltung. Die Wände von vielen Häusern, Sportplätzen und Mauern sind mit Graffities bemalt, die ständig erneuert und übermalt werden. Der Boardwalk und dessen Umgebung sind auch Trainingsgelände für verschiedenste Sportler. Neben mehreren Volleyball-, Basketball- und Tennisplätzen, eigenen Wegen für Radfahrer, Inlineskater und Halfpipes für Skateboarder, ist vor allem der Muscle Beach, ein Trainingsgelände für Bodybuilder unter freiem Himmel, weltbekannt. Im übertragenen Sinn bezeichnet Muscle Beach heute auch die Umgebung in Venice, in der eine große Zahl von Bodybuilding- und Fitnessstudios eingerichtet wurden.

Es geht zurück im heavy traffic von L.A. Das Einzige was mich jetzt noch wach hält, ist der Sonnenuntergang, den ich die ganze Zeit über betrachte, während wir auf der 101 wieder heimwärts gen Norden fahren.

Auf den Straßen von San Francisco

Der nächste Ausflug bringt mich nach San Francisco. Schon um drei Uhr in der Nacht starte ich zusammen mit zwei Freunden in einem gemieteten Auto auf der Route 101 Richtung Norden.
Gegen 10 Uhr morgens erreichen wir Frisco, das sich bereits von weitem durch seine großartige Skyline ankündigt. Es regnet leicht und dünne Schauer wehen über die Stadt hinweg. Als erstes erreichen wir die Golden Gate Bridge, die aus der Entfernung weitaus spektakulärer aussieht als aus der Nähe. An der GGB angekommen, wirkt sie dennoch prächtig und beeindruckend, aber auch etwas kleiner als in meiner Vorstellung, die von so vielen Bildern und Filmen über die Stadt geprägt ist.
In Russian Hill, einem der eleganteren Wohnviertel der Stadt, „erklimmen“ wir „die kurvenreichste Straße der Welt“. Mit einem Gefälle von 27! Prozent, zählte die Lombard Street bis 1922 zu den steilsten Straßen der Stadt. Dann wurden acht Serpentinen angelegt, um den Autos die Durchfahrt zu erleichtern. Mit Wohnmobilen und vergleichbaren Fahrzeugen darf die Straße überhaupt nicht befahren werden. Zudem gilt hier, wie auf zahlreichen anderen steilen Straßen der Stadt, das Gebot, die Räder der Fahrzeuge beim Parken zur Straße hin zu drehen und die Handbremse anzuziehen. Andernfalls drohen empfindliche Bußgelder. Nach ein paar Fotos geht es weiter Richtung Downtown und vorbei am wilden Leben der Innenstadt. Ich schwinge mich aufs Cable Car und fahre runter zum Fisherman’s Wharf, dem berühmten Hafen von San Francisco, der jährlich mehr Touristen anlockt, als die Golden Gage Bridge (http://www.fishermanswharf.org/). Hier gibt es neben unzähligen Geschäften, Boutiquen und Ständen vor allem Restaurants mit Fischspezialitäten. Der Geruch von Fisch, Meer und Hafen liegt in der Luft und macht hungrig. Wir essen frisch gekochte Shrimps. Anschließend folgen wir den Touristenströmen hinunter zum Pier 39, von wo aus man die Insel Alcatraz, „The Rock“ beobachten kann (http://www.nps.gov/alcatraz/). In den Jahren zwischen 1934 bis 1963 wurden hier die berüchtigtsten Kriminellen Amerikas festgehalten. Unter ihnen auch Al Capone.
Zu Fuß geht es danach weiter nach Chinatown.


Durch das Dragon Gate, den offiziellen Eingang, betritt man die mit rund 80.000 Einwohnern größte Chinatown der USA. 24 Häuserblocks umfasst das Viertel, das einen mit seiner chinesischen Architektur und der kantonesischen Sprache und dem Mandarin, die hier mehr als jede andere Sprache gesprochen werden, nach Shanghai oder Hongkong zu versetzen scheint. Überall kommen einem die Düfte der chinesischen Küche entgegen, und so wundert es nicht, dass die Chinesen, die ihre kulturelle Identität hier über ihre Küche und das Essen zu bewahren suchen, den Ruf der Stadt San Francisco, die wohl besten kantonesischen Restaurants zu besitzen, begründet haben. Neben den zahllosen Restaurants und Imbissbuden, Geschäften, Werkstätten und Galerien, lohnt ein Besuch in Chinatown nicht zuletzt auch wegen der beeindruckenden Tempel und Kirchen. (http://www.sanfranciscochinatown.com)

Am kommenden Morgen geht es früh zur Bay Bridge, der gewaltigen architektonischen Verbindung zwischen Oakland und San Francisco. Danach schlendern wir noch einmal zum Hafen hinunter. Auf dem Rückweg durch das steile Auf und Ab der Straßen kommen wir am berühmten Giants Stadium vorbei, wo gerade ein Spiel der SF Giants stattfindet. - Müde und erschöpft fahren wir am Abend wieder zurück nach Santa Barbara.

Erst die Arbeit …

Es ist nicht immer Zeit zum Reisen. Die Vorbereitungen auf mein Sprach-Examen nehmen schließlich den größten Teil der Woche in Anspruch. Neben Vokabel- und Aussprachetraining, Grammatikübungen, Wortspielen und Netzrecherche, gehören die Lerneinheiten im ILab zum täglichen Programm. Am meisten Spaß macht mir das Verfassen von Essays zu verschiedenen vorgegebenen Themen. Im Laufe meines Aufenthalts schreibe ich über „Gangs in L.A. and San Francisco“, „The change of values“ und „Free mp3 download and the music industry“. Freitags findet nach dem regulären Unterricht eine lecture statt. Politiker, Künstler und Dozenten halten einen Vortrag, über den anschließend in gemeinsamer Runde diskutiert wird. Die letzte Schulwoche verläuft locker, abgesehen davon, dass ich noch den ziemlich schwierigen Departure-Test machen muss.

Nach zehn Wochen schließlich habe ich die Schule hinter mir. Ich verabschiede mich von den meisten Leuten im schon heimisch gewordenen Umkreis der EF Santa Barbara. Mit etwas Wehmut verlasse ich mein Studentenapartment. Nach zweieinhalb Monaten ist es so etwas wie ein Zuhause geworden und ich bin sicher, dass mir die Wochen, die ich dort gemeinsam mit den anderen Studenten verbracht habe, noch lange in Erinnerung bleiben werden. Vermissen werde ich auch das ILab, unser Internet-Sprachlabor, das viele mehr zum YouTube-Surfen und E-Mailen benutzt haben, als zum Bearbeiten des Lernstoffes. Ich werde auch das nette und kompetente Team der Schule vermissen. Ich habe eine große Menge mitgenommen. In der kommenden Woche erfahre ich die Ergebnisse des Departure-Tests. Vor meinem Rückflug in gut zwei Wochen werde ich mir dann noch die Dokumente und Zertifikate abholen, die die Schule für mich ausstellt.

…dann das Vergnügen

Gleich nach dem Schulende packe ich meine Sachen und dann geht’s zusammen mit meinem amerikanischen Freund ab nach Los Angeles. Am nächsten Tag weiter nach Laguna Beach, dem berühmten Schauplatz der MTV-Serie in Orange County. Laguna Beach, das ist vor allem ein überwältigender Strand, der mit seiner Eleganz und Schönheit seinem Namen alle Ehre macht. Mit seinen Buchten und Klippen und der zum größten Teil naturbelassenen Küstenlandschaft, zählt Laguna Beach zu den schönsten Stränden Kaliforniens. Abends betrachten wir den Postkarten-Sonnenuntergang am Strand. Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Malibu, dessen Strand nicht annähernd mit Laguna Beach zu vergleichen ist. So entschließen wir uns nach ein paar Stunden Beachvolleyball und Soccer, das tolle Wochenende in Santa Barbara beenden, um dort unseren Trip in den Yosemite National Park vorzubereiten.

Yosemite National Park

Mein Freund Tony und ich haben Zelt, Schlafsäcke und Proviant im Wagen verstaut, bevor wir am Nachmittag von Santa Barbara aus über die 101 North und die Interstate 5 Richtung Fresno aufbrechen. Immer noch im gleichen Bundesstaat, aber schon ein paar Hundert Meilen nordöstlich der Küste, verändert sich das Klima. Es ist unglaublich warm. Ich fühle mich wie verzaubert vom Wüstenklima des San Joaquin Valley, das wir durchqueren und der prachtvollen Landschaft um uns herum. Wir passieren Fresno und steuern geradewegs auf die gewaltigen Gebirgszüge der Sierra Nevada zu.

Als wir ankommen ist es bereits dunkel. Das heißt, es gibt keine Möglichkeit mehr im Hotel zu übernachten, geschweige denn zu campen. Also machen wir es uns im Mietwagen bequem. Der Blick hinauf in die Sterne wird mir für immer unvergesslich bleiben! Noch nie zuvor habe ich einen so gewaltigen Anblick erlebt, noch nie zuvor ein solch einzigartiges Panorama im Kosmos gesehen. Hier, draußen in der Natur, trüben keine Reflektionen von Stadtlichtern den Blick auf den klaren Nachthimmel. Nur die Sterne, die wie glänzender Staub ausgestreut zu sein scheinen, erhellen die Nacht.
Am nächsten Morgen werden wir bereits um halb sechs von der Sonne geweckt. Der Anblick der riesigen Gebirgszüge ist atemberaubend. Und ich bekomme eine erste Ahnung von dem, was uns im Laufe des Tages im Yosemite Park erwartet. Wir fahren ins Yosemite Camp, um dort zu duschen und zu frühstücken. Danach erkunden wir Yosemite Valley. Dabei komme ich mir ein wenig vor wie das Klischee eines asiatischen Touristen, der die ganze Zeit über wie wild Fotos schießt. Ständig den Kopf im Nacken, blicke ich gebannt und stau¬end an den riesigen Bergmassiven empor. Es ist beinahe so, als liefe ich durch New York und suchte hinter dem Ende der Hochhäuser den Himmel.
An einem Wasserfall machen wir einen ersten Halt. Wir klettern ein Stück den Berg hinauf, um hinter den Wasserfall zu gelangen. Den Blick nach oben gerichtet, den stürzenden Fasserfluten entgegen, erfrischen wir uns im eiskalten Wasser.

Am nächsten Tag fahren wir den Nationalpark in nördlicher Richtung und nehmen ein Bad im See. Wie hypnotisiert vom Zauber des angrenzenden Berges beschließen wir, dessen Gipfel zu erklimmen. Es ist noch früh am Morgen, als wir, beide ohne jegliche Klettererfahrung, mit dem Aufstieg beginnen. Gegen Mittag haben wir, völlig erschöpft, kaum die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Wir brechen unser Vorhaben ab, weil wir ganz offensichtlich die Höhe des Berges unter- und unsere eigenen Kräfte überschätzt haben. Wir genießen den Blick hinunter auf den See und kühlen uns nach dem Abstieg ausgiebig im Wasser ab.Yosemite-National-Park-


So kurz der Trip durch den Yosemite Nationalpark auch war, die Eindrücke, die ich mitgenommen habe, waren umso nachhaltiger.

Rund 300 Kilometer östlich von San Francisco gelegen, erstreckt sich der Yosemite-Nationalpark über 3081 Quadratkilometer entlang der westlichen Hänge der Sierra Nevada. Zwischen 600 und 4000 Metern Höhe gelegen, befinden sich in dieser einzigartigen Naturlandschaft fünf verschiedene Ökosysteme: von der meditteranen Klimazone, über die submontanen und hochmontanen Wälder, bis zur subalpinen und alpinen Klimazone. Über drei Millionen Touristen besuchen jährlich den Nationalpark, der zu den größten Attraktionen Kaliforniens zählt. Haine von Mammutbäumen, Wasserfälle, Gletscher, Seen, eine einzigartige Vegetation – über die Hälfte der in Kalifornien beheimateten Pflanzenarten sind in der Sierra Nevada zu finden – bieten die Lebensgrundlage für die vielfältige Fauna des Parks. Zu einem Wahrzeichen des Yosemite-Nationalparks gehören die beeindruckenden Granitfelsen, allen voran der 2307 Meter hohe El Capitan. (http://www.nps.gov/yose/)

Sharks don’t eat humans – very often (Sea World)

Meine letzte Woche in Amerika bricht an. Und mein nächstes Ziel ist America's Finest City, wie die Amerikaner San Diego wegen seines angenehmen Klimas nennen. (http://www.sandiego.com) Auf der Fahrt Richtung Süden laufen immer mehr mexikanische Sender im Radio. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die mexikanische Grenze nicht mehr weit ist.
Nach über sechsstündiger Fahrt – davon zwei Stunden Stau auf der 101 South und knapp einer Stunde Stop and Go auf der Interstate 405 – taucht endlich die Skyline von San Diego auf. Im Pazifik spiegelt sich die Sonne und ich verbringe die letzten Stunden des Tages damit, durch Downtown San Diego zu cruisen, am Hafen entlang zu fahren und die Atmosphäre, den Duft, die Stimmung und die angenehme Wärme der Stadt in mich aufzunehmen.
Früh am nächsten Morgen reihe ich mich in die Schlange vor dem Eingang des Sea World ein. Mit 57 $ ist der Eintritt alles andere als günstig. Shamu werden die Orkas, diese gigantischen Meeressäuger, hier im Park genannt. Die Show, die wir zu sehen bekommen, ist atemberaubend. Mehrere hundert Zuschauer schreien und applaudieren immer wieder begeistert, wenn es aus den Lautsprechern schallt: "They are really huge". – Ja, groß, das sind die Shamus wirklich: groß und dabei doch zugleich auch elegant und nicht etwa schwerfällig. Mit dem ersten Free Willy-Film vor 15 Jahren hob in Amerika eine landesweite Welle der Begeisterung für diese Tiere an, die auch nach Europa herüberschwappte und zu einem wachsenden öffentliche Interesse für die Belange der Meeressäuger führte. Mein Favorit des Tages aber ist der Hai. Am Beckenrand steht: "Sharks don't eat humans...very often". Im Becken selbst tummeln sich einige kleine Haie. Durch einen gläsernen Tunnel durchschreitet man gewissermaßen unterirdisch das Wasser und ist umgeben von Haien. Das Sea World zählt ohne Frage zu den musts eines Amerika-Besuchs.
Den Abend verbringe ich am Hafen. Dort liegt die USS John C. Stennis vor Anker, ein gewaltiger Flugzeugträger bestückt mit mehreren Airforce-Maschinen und Helikoptern. San Diego zählt zu den drei größten Marinebasen der USA. Vom Hafen aus ist der Blick auf die Skyline von San Diego überwältigend.

California Coast Highway - Strandleben

In Kalifornien fährt man nicht einfach herum, in Kalifornien cruised man. Der wohl schönste Highway Kaliforniens, der California Coast Highway, kurz California 1, nimmt seinen Anfang im Großraum Los Angeles und führt entlang des Pazifiks über knapp 1000 Kilometer bis nach Garberville, rund 300 Kilometer nördlich von San Francisco.
Ich befahre die California 1 von Santa Barbara aus Richtung Süden. Mein erster Stop ist Laguna Beach, bereits mein zweiter Besuch an diesem einmaligen Küstenabschnitt. Den größten Teil des Tages verbringe ich damit, am Strand zu liegen und dem Rauschen des Pazifiks zu lauschen. Am Abend mache ich einen ausgiebigen Spaziergang am Strand, genieße die letzten Sonnenstrahlen und stelle mir vor, irgendwann einmal am Meer zu leben…

Am nächsten Morgen früh aus den Federn und gleich weiter auf der California 1 Richtung Norden. Ich mache Halt in Newport Beach. Während ich auf der legendären Strandpromenade aus der erfolgreichen OC California Serie entlang spaziere, komme ich mir bald selber vor, wie ein Darsteller aus der Serie. Der Strand hier ist noch sauberer als in Laguna und das Wetter ist super! That’s true california love!!!

Die Fahrt geht weiter am Huntington Beach vorbei, wo ich keinen Stopp mache, wegen der dicht am Strand liegenden Raffinerien und Fabriken. Über die 905 erreiche ich Long Beach. Die Innenstadt macht auf mich den Eindruck, als habe sie ihre besten Zeiten bereits hinter sich. Zahlreiche Häuser sind unbewohnt und heruntergekommen, und manche Straßenzüge erinnern an ein Ghetto. Ich fahre zum Long Beach Harbour hinunter, wo die riesige Queen Mary vor Anker liegt. 31 Jahre lang war die 310 Meter lange Queen Mary als Passagierschiff im Einsatz, bis es 1967 stillgelegt wurde und nun im Besitz der Stadt Long Beach als Hotel-, Museums- und Tagungsschiff genutzt wird. Ich schieße die obligatorischen Fotos und atme hier, am zweitgrößten Hafen der USA, ein bisschen vom Duft der großen, weiten Welt ein.

Las Vegas (Nevada) - You have to know your limit

Auf dem Weg zum Grand Canyon besuche ich Las Vegas. Nach einer mehrstündigen Fahrt durch die Wüste, taucht die Stadt wie eine Fata Morgana als glitzernder und funkelnder Stern, hell und leuchtend, ganz plötzlich und unerwartet in der Dunkelheit auf. „Welcome to Fabulous Las Vegas” steht als Willkommensgruß auf dem berühmten Neonschild am Eingang der Stadt. Es ist schwer zu sagen, was genau die Faszination dieser Stadt ausmacht: ist es die Tatsache, dass sich dieses Eldorado der Glücksritter und Spieler wie aus dem Nichts aus dem Wüstensand erhebt, umgeben nur von meilenweiter Ödnis? Oder ist es der nicht enden wollende Touristenstrom, der die Stadt zu überschwemmen scheint (jährlich rund 37 Millionen Menschen)? Oder aber ist es die unglaubliche Bautätigkeit, als Folge der ständig wachsenden Bevölkerungszahl? In den letzten 25 Jahren stieg die Einwohnerzahl von Las Vegas um 300 Prozent! 150.000 Betten stehen den Gästen der Stadt zur Verfügung. Las Vegas, das vom Tourismus lebt, macht ein Viertel seines Umsatzes mit den Casinos und Spielhallen, drei Viertel entfallen auf Eintrittskarten für Shows, Souvenirs und Luxusartikel. 2004 betrugen die Einnahmen durch Touristen 33,7 Milliarden $. Ist es die enorme Wirtschaftskraft einer Stadt ohne jegliches Hinterland, oder sind es vielleicht doch die Menschen, denen man hier begegnet, vom kleinen Angestellten bis zum millionenschweren Unternehmer, vom Familienvater bis zur extravaganten Großstadtblüte, vom Akademiker bis zum Hilfsarbeiter, vom Künstler bis zum Spießer…? Sie alle trifft man hier, und es kommt einem vor, als schaute man durch ein Brennglas auf die spiel- und unterhaltungssüchtige Menschheit.

Las Vegas ist einfach großartig und ich bin begeistert. Und so mache ich, was alle Besucher machen: ich gehe ins Casino. Ich gewinne beim Roulette gleich das Zehnfache meines Einsatzes. Der war mit nur einem Dollar allerdings mit europäischer, besser gesagt, mit deutscher Sparsamkeit gewählt.
Ich gehe über die Boulevards und beobachte wie sich die Menschenmassen in alle möglichen Gewinnstationen drängen. Die Hotels mit ihren Casinolobbys sind überfüllt. Ich sehe viel Verzweiflung und wenig Freude. Für die meisten Besucher ist Las Vegas wohl eher eine Stadt des Verlierens und nicht des Gewinnens.

Grand Canyon (Arizona)

Es geht nach Süden. Ich lasse Nevada hinter mir und erreiche am Hoover-Staudamm Arizona. Bereits in Las Vegas waren die Temperaturen hoch, jetzt allerdings habe ich mit 43 bis 45°C zu kämpfen. Die Strecke runter zum Grand Canyon ist länger als ich sie mir vorgestellt habe, und die Tankstellen sind rar. Knapp fünf Stunden brauche ich bis zum Canyon. „Fahren ist wichtiger, als ankommen“, denke ich, schalte den Tempomat ein und rolle über die endlose Route 64 schnurgerade durch die Wüste. Nur Sand, Geröll und Kakteen. Die Hitze ist beinahe unerträglich und auch der Fahrtwind ist so heiß, dass er keine Kühlung bringt. Fünf oder sechs Zwischenstopps lege ich ein um Getränke zu kaufen. Nach rund 320 Meilen von Las Vegas entfernt, fahre ich um 11 Uhr mittags in den Grand Canyon National Park. Die 25 $ für den Eintritt entsprechen dem des Yosemite National Parks. Das Ticket ist eine Woche gültig. Ich biege rechts ab zum North Rim/ Death View und fahre noch weitere 20 Meilen durch den Park, um überhaupt etwas zu sehen. Plötzlich taucht eine gewaltige rote Berglandschaft links von mir auf, wie eine unvermittelt in die Landschaft geschobene Wand steht sie da, riesig und irgendwie unnatürlich. Wie vom Blitz getroffen trete ich reflexhaft auf die Bremse (glücklicherweise ist niemand hinter mir). Keine Ahnung, wie lange ich dort, vermutlich mit offenem Mund, gestanden habe. Ich bin so überwältigt, dass ich für einen Moment alles andere vergesse. Das Wort „Wunder“ schießt mir durch den Kopf. Nach ein paar Minuten legt sich die Aufregung und ich bin froh zu wissen, dass sich die lange Fahrt gelohnt hat.

Die rund 450 km lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaates Arizona, die über Millionen von Jahren vom Colorado River ins Gestein des Colorado-Plateaus gegraben wurde, zählt zu den großen Naturwundern der Erde und wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Menschen besucht. Fünf Vegetationszonen gibt es im Grand Canyon. Zwischen November und März herrschen Minusgrade im Canyon, der Juli ist mit Durchschnittstemeraturen von 29°C der heißeste Monat des Jahres. Am Nordrand fällt im Winter bis zu 5 Metern Schnee. In den Hochregionen leben Pumas und Kojoten. Die Vegetation ist mit über 1500 Pflanzenarten ausgesprochen vielfältig. (http://www.nps.gov/grca/)

Ich fahre weiter zum Death View. Dort steht ein alter Indianer-Aussichtsturm, den man besteigen kann. Von oben ist der Ausblick noch überwältigender als zuvor. Ich schieße so viele Fotos, bis meine Chipkarte beinahe voll ist. Im kleinen Grand Canyon Village nehme ich einen Imbiss. Hier unten tummeln sich die meisten Touristen. Anschließend gehe ich ins tourist info center und frage nach der neu errichteten Glassplattform, über die ich gelesen habe. Der Ranger erklärt mir freundlich, dass sich die Plattform, der so genannte „skywalk“ in der Nähe von Las Vegas befindet und zum Grand Canyon West gehört. Er gibt mir eine Karte und ich beschließe morgen dort hinzufahren.
Am Abend betrachte ich den Sonnenuntergang und genieße die Stille, die in den Hängen des Gebirges ruht. Der Wind klingt anders hier und intensiver. Er klingt tatsächlich angenehmer und irgendwie vertrauter und heimischer, als jeder andere Wind, den ich kenne. Es ist, als trüge er die gesamte Geschichte des Canyons mit sich, und während ich seiner Stimme lausche, tauche ich für einen Augenblick tief in das Geheimnis dieser einzigartigen Naturlandschaft ein.

Die Nacht verbringe ich im Auto, was zwar nicht sehr komfortabel ist, aber den Vorteil hat, dass ich bereits von der Morgendämmerung geweckt werde. Und so genieße ich den Sonnenaufgang, bevor ich dann, ziemlich übermüdet, zurück Richtung Grand Canyon West aufbreche. Ich biege ab auf die Spring Road, und endlich taucht nach rund 50 Meilen ein Schild auf, das zum Grand Canyon West weist. Nach knapp zweistündiger Fahrt durch Gebirge und Wüstenlandschaft, die den Mietwagen ein wenig in Mitleidenschaft zieht, erreiche ich endlich den Skywalk. Ich bin aufgeregt und voller Erwartung. Überall sind Hubschrauber für die Touren und der Menschenandrang ist groß. Bei der Lektüre des ausliegenden Infoprospekts macht sich allerdings Ernüchterung und Enttäuschung bei mir breit. Das billigste Ticket kostet 75 $ - ohne Steuern! Das sprengt eindeutig mein Budget. Und so fahre ich zu¬rück nach Las Vegas, auch ohne Besuch des Skywalks mit der überwältigenden Erinnerung an ein einzigartiges Naturerlebnis.
In Las Vegas angekommen fehlt mir das Geld für ein Motel. Ich zögere einen Augenblick und beschließe dann, mein Glück zu versuchen. Ich starte mit kleinem Einsatz und setzte beim nächsten Spiel immer nur einen Teil des Gewinnes wieder ein. Die Versuchung immer mehr zu setzten, in der Hoffnung auf einen immer höheren Gewinn, ist groß, sehr groß sogar. Und ich verstehe plötzlich gut, wie jemand dem Spielfieber, der Sucht verfallen kann und zum Sklaven des Glücksspiels wird. Anschauungsmaterial dafür bietet Las Vegas genug. Aber ich habe mir eisern mein Limit gesetzt. Und ich gewinne! Schließlich genug, um die Übernachtung und den Sprit für die Rückfahrt nach Santa Barbara zu bezahlen.

4th of July - Independence day

Es ist mein vorletzter Tag in den USA und gleichzeitig einer der größten Feiertage des Landes. An jeder Ecke weht, wie zum Abschied, die amerikanische Flagge. Durch Santa Barbara zieht, wie durch fast jeder amerikanischen Stadt an diesem Tag, eine große Parade. Ein großer bunter Aufmarsch mit Blaskapellen, mit in der Tradition der Dreizehnten Kolonie gekleideten Männern, stars and stripes schwingenden Menschen, Kostümierten, mit Luftballons und Konfetti. Die Amerikaner feiern den Geburtstag der Vereinigten Staaten als freie und unabhängige Nation und die Unabhängigkeitserklärung von 1776.

Ich bin bei meinem amerikanischen Freund Tony eingeladen. Zur Feier des Tages gibt es gegrillte mexikanische Köstlichkeiten: hauchdünn geschnittenes Fleisch in Burritos mit mexikanischer Chilisoße und frischem Gemüse. Das bringt Feuer in Herz und Gaumen. Und mit mexikanischer Musik läuten wir den Abend ein. Gegen 10 Uhr dann gehen wir hinunter zum Strand, um uns das traditionelle Feuerwerk anzuschauen. Eine halbe Stunde lang schießen Raketen und Feuerwerkskörper in die Luft. Die Nacht ist wie verzaubert. Der Himmel leuchtet und funkelt in allen Farben. Die Menschen stehen am Strand oder haben es sich auf einer Decke beim Picknick bequem gemacht. Immer wieder brandet beim Zischen der Raketen Applaus auf. Es ist ein großartiges Gemeinschaftserlebnis und für einen Augenblick möchte ich die Zeit an¬halten. Aber der Abend hat ja erst angefangen. Vor dem „Couchez“ herrscht bereits dichtes Gedränge. Hier, in einer Mischung aus Lounge-Bar, Disco und Restaurant, trifft man Leute aus aller Welt. Nach einer wilden Party, die erst im Morgengrauen endet, heißt es dann: "good night Santa Barbara and good bye. "

The end...?

Drei Monate liegen hinter mir, neunzig Tage sind vorbei – und ich möchte nicht einen einzigen missen! Jetzt aber heißt es: zurück nach Europa. Und plötzlich ist meine Sehnsucht so stark, dass ich viel zu früh am Flughafen in Los Angeles eintreffe. Ich nutze die Möglichkeit einen früheren Flug zu nehmen, auch wenn das bedeutet, in London viel länger auf den Anschlussflug nach Frankfurt warten zu müssen. Nur nach hause. Familie und Freunde wieder sehen. Es ist, als hätten sich die Gewichte auf einer Wippe verlagert. Fünf Stunden muss ich in Heathrow ausharren, bis es endlich weiter nach Deutschland geht. Zweifellos war es nicht anders zu erwarten gewesen, dass nach der Landung in Frankfurt alle deutsch sprechen würden. Auch damit, dass alle Schilder, Plakate und Anschläge auf deutsch sind, war zu rechnen gewesen. Doch für einen Augenblick scheinen sich die Gewichte auf der Wippe wieder zu verschieben, und mich überkommt für einen Moment eine ungeheuer mächtige Sehnsucht nach Amerika. Mir ist klar: Calofornia, I’ll be back! – Dann sehe ich meinen Vater am Terminal stehen und winken. Wir fallen uns in die Arme und verlieren ein paar Freudentränen. Schön, wieder daheim zu sein. Es gibt viel zu erzählen…



copyright: RC (www.3R-Records.com)

Textfassung: textwerk-online (www.textwerk-online.de)

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